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Alltagsfallen: Unfälle mit Kindern vermeiden

Text: Marina Schröder-Heidtmann Foto: Pexels from cottonbro studio

„Vorsicht ist besser als Nachsicht“, das hat Oma schon immer gesagt. Was sich etwas verstaubt anhört, hat einen wahren Kern – insbesondere, wenn es um Unfälle mit Kindern geht, die im eigenen häuslichen Umfeld passieren. Was können wir Eltern (Großeltern und andere Angehörige) neben der klassischen Steckdosensicherung also tun? Tipps für ein baby- und kindersicheres Zuhause.

Kinder kommen durch Unfälle in Notlagen  

DRK-Kursleiter Sevrien Kuntzsch spricht aus Erfahrung, wenn er sagt: „Bei Kindernotfällen sind sehr oft Unfälle vorgeschaltet“. Schließlich ist er ausgebildeter Rettungssanitäter. „Ein Kind wird selten – wie es bei Erwachsenen immer wieder vorkommt – plötzlich zusammenbrechen und muss reanimiert werden, sofern es keine Vorerkrankungen hat.“  

Kinder kommen also vor allem durch Unfälle in Notlagen. Doch wo und wie finden diese Unfälle statt? Hier liegen Wahrnehmung und Realität auseinander. „Viele Eltern vermuten den Verkehr als hauptsächliches Unfallumfeld“, berichtet Sevrien Kuntzschs Kollegin, Elterncampus-Kursleiterin Bettina Steinbacher. „Tatsächlich handelt es sich bei 60 Prozent aller Unfälle jedoch um Notfälle im häuslichen Umfeld.“  

Beide Fachleute betonen, dass das Alter der Kinder dabei natürlich eine Rolle spielt: „Je älter ein Kind ist, desto größer wird sein Bewegungsradius. So nehmen ab einem Kindesalter von vier, fünf und sechs Jahren Unfälle in Freizeit, Sport und Verkehr zu. Die meisten Unfälle jedoch passieren nach wie vor zu Hause.“ 

Stress, Hektik und Unterschätzung 

Warum Unfälle zu Hause geschehen, hat verschiedene Gründe. Bettina Steinbacher nennt typische Situationen: „Stress und Hast sind häufige Ursachen – wenn wir es eilig haben und vergessen, das Putzmittel sicher wegzustellen, oder die Suppe auf dem Herd mit dem Kind in der Küche unbeaufsichtigt lassen, weil wir zur Tür müssen.“ Immer wieder kommt es auch vor, dass wir unsere Kinder unterschätzen. „Es kann sehr schnell gehen. Wenn Eltern es nicht erwarten, kann ihr Nachwuchs plötzlich Dinge, die er vorher nicht konnte, er klettert beispielsweise auf den Stuhl vor dem Fenster.“ Hier ist Aufmerksamkeit gefragt. 

Aufsichtspflicht und sicheres Kinderzimmer 

Die Aufsichtspflicht, aber auch ein angemessenes Gefahrenbewusstsein sind wichtig, um Unfälle zu verhindern. Erfahrene Eltern wissen, dass es kaum möglich ist, sein Kind jede Minute im Auge zu haben – man will zur Toilette oder kurz den Müll rausbringen, ohne sein Kind immer aus dessen Tätigkeit herauszunehmen. „Umso wichtiger ist es, das Kinderzimmer so sicher wie möglich zu gestalten, damit sich ein Kind dort auch kurz allein aufhalten kann“, betont Bettina Steinbacher.  

Diese Checkliste für ein sicheres Kinderzimmer hilft dir auf die wichtigen Aspekte zu achten: 

  • Wähle für dein Kind altersentsprechende Möbel, die stabil, kippsicher und schadstofffrei sind. Achte auch auf die Platzierung der Möbel. Erhöhte Möbel wie beispielsweise Kommoden sollten nicht unter Fenstern platziert werden, die geöffnet werden.

  • Das passende Bett: Beginnt dein Kind im Gitterbett zu klettern, ist es an der Zeit, den Gitterbereich zu entfernen oder zu öffnen. Hochbetten sollten erst für Kinder ab sechs Jahren genutzt werden. Bei Babys und Kleinkindern sollte zusätzlich darauf geachtet werden, dass das Bett frei von Kissen, voluminösen Decken, Stofftieren und Spielzeug ist, um die Erstickungsgefahr zu meiden. Am besten trägt dein Baby zum Schlafen einen Schlafsack.

  • Verzichte auf unnötige Dekorationen im Kinderzimmer wie beispielsweise Lichterketten und Glasobjekte, um zu verhindern, dass dein Kind diese beschädigt und sich daran verletzt.

  • Schnüre von Gardinen und Rollos sollten außerhalb der Reichweite von Kinderhänden fixiert werden, um Strangulationen zu verhindern.

  • Spielzeug kann zur Gefahr werden, wenn es beispielsweise lockere, scharfkantige oder splitternde Elemente und ein leicht zugängliches Batteriefach gibt. Spielzeug sollte deshalb altersgerecht sein und regelmäßig auf Sicherheit und Funktionalität geprüft werden.

  • Bewahre kein Spielzeug in Plastiktüten auf. Generell haben Plastiktüten im Kinderzimmer nichts zu suchen und sollten unter Verschluss gehalten werden. Gerade kleine Kinder können sich diese über den Kopf ziehen und keine Luft mehr bekommen.

Ohnehin empfiehlt es sich, das Kinderzimmer und das Zuhause regelmäßig kritisch anzuschauen, ob sie den Sicherheitsanforderungen und dem Alter der jüngsten Bewohner und regelmäßigen Gäste gerecht werden, ergänzt Sevrien Kuntzsch. 

Alltagshelfer für ein baby- und kindersicheres Zuhause  

Es gibt einige Helfer, um das Zuhause sicherer für Kinder zu gestalten. Diese sind beispielsweise in Fachgeschäften und Baumärkten erhältlich. Die folgende Liste gibt einen Überblick: 

  • Ein Eckenschutz kann an alle Möbel angebracht werden, an denen sich Kinder durch spitze Kanten am Kopf verletzen könnten.

  • Sicherheitsriegel für Schränke und Schubladen verhindern, dass die Kinder an gefährliche Gegenstände wie Putzmittel herankommen.

  • Treppengitter sichern die Auf- & Abgänge im Wohnbereich, um Stürze zu verhindern. Sie dienen aber auch der Absperrung von Zimmern oder Bereichen im Wohnraum, die nicht kindersicher sind.

  • Der Steckdosenschutz ist ein sehr sinnvoller Alltagshelfer in puncto Kindersicherheit. Einfach in die Steckdose gesteckt, verschließt der Schutz den Zugang zu den stromführenden Kontakten. Auch Kabel sollten sicher verlegt sein.

  • Ein Nachtlicht für die Steckdose oder als Tischlicht ermöglicht den Kindern die Orientierung im Dunkeln. Die Lampen gibt es oft mit kindgerechten Motiven. Neben dem Sicherheitsaspekt kann so ein sanftes Licht im Zimmer das Kind beruhigen, ohne den Schlaf zu stören.

  • Mit einem Türstopper kann verhindert werden, dass durch einen Luftzug Türen zuschlagen oder Kinder Türen zudrücken und sich so die Finger quetschen können.

  • In der Küche gibt es gleich mehrere Stellen, die für Kinder gefährlich werden können. Eine Backofenverrieglung und ein Herdschutzgitter schützen Kinder vor Verbrennungen.

  • Die richtige Temperatur für das Badewasser zu finden, ist nicht so einfach. Ein Badethermometer hilft, das Badevergnügen sicher zu gestalten.

„Helm zuerst, dann alles andere“ 

Kleine Verletzungen passieren, sie gehören zum Aufwachsen und Lernen dazu – etwa ein Fahrradsturz. Schweren Verletzungen können wir dabei mit einfachen Sicherheitsmaßnahmen vorbeugen. So unterstreichen beide Fachleute, dass etwa beim Fahrradfahren, Inline-Skaten und ähnlichen Aktivitäten der Griff zum Helm und zu anderer angemessener Sicherheitsausrüstung stets das Erste sein sollte. „Ich habe Einsätze erlebt, da ist den Kindern beim Anziehen der Skates oder beim Aufsteigen auf das Fahrrad etwas zugestoßen – und sie hatten noch keinen Helm auf“, erinnert sich Rettungssanitäter Sevrien Kuntzsch. „Helm zuerst, dann alles andere!“, sagt er.  

Vorbereitung für den Ernstfall: Erste-Hilfe-Kurs 

Die zweifache Mutter Bettina Steinbacher fasst zusammen: „Als Eltern können wir nicht jeden Unfall verhindern. Es sollte aber vor allem kein großer Unfall passieren wie ein Sturz von der Wickelkommode – das können wir vermeiden.“ Sie weiß, Kindererziehung ist ein Balanceakt. „Wir müssen einen Mittelweg finden aus Vorsicht und Loslassen.“ Ein Stück Sicherheit gibt dabei das Wissen rund um Erste Hilfe. So fühlen sich Mütter, Väter und Angehörige nicht so machtlos, wenn doch einmal etwas passiert. Dann sind sie in der Lage, ihrem Kind zu helfen.

Lest dazu auch unseren Beitrag zur Ersten Hilfe für den Nachwuchs.

Erste-Hilfe-Kurse findet ihr als Präsenzveranstaltung über das DRK bei euch vor Ort oder als Online-Angebot auf dem DRK Elterncampus

Möglichst keine oder nur kleinste Unfälle wünscht euch das DRK-Elterncampus-Team. 

Vielen Dank Sevrien und Bettina für die Interviews. 

Praktisch im Alltag/zum Weiterlesen 

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Bettina Steinbacher, 55 Jahre, ist Ausbilderin in der Ersten Hilfe und der Ersten Hilfe am Kind im DRK KV Göppingen. Zudem ist sie stellvertretende Bereitschaftsleiterin, Blutspendebeauftragte der örtlichen Bereitschaft und Helferin vor Ort im Ehrenamt. Für die virtuelle Plattform DRK Elterncampus leitet sie Elternkurse. Das Online-Portal bietet Informationen rund um die Geburt und das erste Lebensjahr von Kindern und ist in seiner Vielfalt bislang neu auf dem Markt.

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