Fieber: Was tun, wenn die Temperatur steigt? Soforttipps für Eltern
Text: DRK Elterncampus Foto: Canva
Fieber ist eine natürliche Reaktion des Körpers auf Infektionen. Es signalisiert, dass das Immunsystem aktiv daran arbeitet, Krankheitserreger zu bekämpfen. Doch was können Eltern tun, damit es ihrem Kind besser geht? Und was sollen sie lieber lassen? In diesem Artikel findest du praktische Soforttipps.
Fieber verstehen: Was im Körper Deines Kindes geschieht
Fieber ist eine natürliche Reaktion des Körpers auf Infektionen. Es signalisiert, dass das Immunsystem aktiv daran arbeitet, Krankheitserreger zu bekämpfen. Dabei steigt die Körpertemperatur über den normalen Bereich von etwa 36,5 bis 37,5 Grad Celsius an. Von Fieber spricht man, wenn die Körpertemperatur bei über 38 Grad liegt. Für Dich als Elternteil kann es beruhigend sein zu wissen, dass leichtes bis mäßiges Fieber häufig kein Grund zur Sorge ist und oft ohne Medikamente wieder verschwindet. Wichtig ist jedoch, das Verhalten und das Wohlbefinden Deines Kindes genau zu beobachten und bei starken Beschwerden oder anhaltendem Fieber ärztlichen Rat einzuholen.
Temperatur richtig messen und worauf Du achten solltest
Um die Körpertemperatur Deines Kindes zuverlässig zu bestimmen, empfiehlt sich die Nutzung eines digitalen Fieberthermometers. Die Messung kann je nach Alter an unterschiedlichen Stellen erfolgen: im Mund, Ohr, unter der Achsel oder rektal. Bei Säuglingen ist die rektale Messung am genauesten, während ältere Kinder meist das Messen im Mund oder Ohr akzeptieren. Achte darauf, das Thermometer vor und nach der Anwendung gründlich zu reinigen. Notiere die gemessenen Werte, um den Verlauf des Fiebers besser einschätzen zu können. Vermeide es, das Fieber durch zu warme Kleidung oder dicke Decken zusätzlich zu erhöhen. Sorge stattdessen für eine angenehme Raumtemperatur und lockere Kleidung – so unterstützt Du Dein Kind optimal während der Genesung.
Sofortmaßnahmen bei Fieber zu Hause
Stelle sicher, dass Dein Kind ausreichend trinkt, um einer Austrocknung vorzubeugen. Wasser, ungesüßte Tees oder verdünnte Fruchtsäfte sind gut geeignet, um den Flüssigkeitshaushalt aufrechtzuerhalten. Biete kleine Mengen regelmäßig an, besonders wenn Dein Kind wenig Appetit hat. Achte zudem darauf, dass Dein Kind sich ausruht und genügend Schlaf bekommt – Ruhe fördert die Heilung. Eine gut belüftete und angenehm temperierte Umgebung fördert einen erholsamen Schlaf. Vermeide Überhitzung durch zu warme Räume oder zu viele Decken. Sollte das Fieber stark ansteigen oder Dein Kind sich zunehmend unwohl fühlen, können fiebersenkende Mittel nach Rücksprache mit dem Kinderarzt eingesetzt werden. Dabei ist es wichtig, die Dosierung genau nach Anweisung einzuhalten und Medikamente nicht dauerhaft ohne ärztliche Begleitung anzuwenden. Ein bewährtes Hausmittel sind Wadenwickel. Sie können eingesetzt werden, wenn:
das Kind warm ist und keine kalten Hände oder Füße hat,
das Fieber über ca. 38,5 °C liegt,
das Kind sich insgesamt relativ wohl fühlt,
das Kind alt genug ist, um die Anwendung zu tolerieren (meist ab Kleinkindalter).
Sie können fiebersenkend durch Wärmeabgabe über die Haut wirken und können das Wohlbefinden verbessern.
Flüssigkeitszufuhr und Ernährung bei fiebernden Kindern
Auch die Ernährung spielt eine wichtige Rolle bei fiebernden Kindern. Leichte und gut verdauliche Speisen wie Reis, Gemüse oder Suppen unterstützen den Körper, ohne ihn zu belasten. Zwinge Dein Kind jedoch nicht zum Essen, wenn der Appetit fehlt. Kleine, häufige Mahlzeiten sind oft besser verträglich als große Portionen. Beobachte aufmerksam, wie Dein Kind auf Nahrung und Flüssigkeit reagiert, und passe die Angebote entsprechend an.
Fieber: Was tun um das Wohlbefinden zu fördern?
Neben der Ernährung und Flüssigkeitszufuhr ist es ebenso wichtig, auf die Bedürfnisse Deines Kindes in Ruhephasen zu achten. Fiebernde Kinder benötigen mehr Schlaf und Erholung, um die Abwehrkräfte zu stärken. Schaffe eine angenehme und ruhige Umgebung, in der sich Dein Kind geborgen fühlt. Vermeide unnötigen Stress und ermögliche deinem Kind, sich zurückzuziehen, wann immer es das Bedürfnis danach hat. So unterstützst du nicht nur die körperliche Genesung, sondern auch das emotionale Wohlbefinden Deines Kindes während der Krankheit.
Fieber: Wann solltest du ärztlichen Rat einholen
Achte besonders darauf, ob Dein Kind sehr müde oder ungewöhnlich gereizt wirkt, nicht trinken oder essen möchte, Atemprobleme hat oder das Fieber länger als drei Tage anhält. Bei Säuglingen unter drei Monaten sollte bei Fieber sofort ein Arzt kontaktiert werden. Starke Kopfschmerzen, dauerhaftes Erbrechen, Krampfanfälle oder Hautausschläge sind weitere Warnzeichen, die eine rasche medizinische Untersuchung erforderlich machen. Vertraue Deinem Gefühl als Elternteil: Wenn Du unsicher bist, scheue Dich nicht davor, professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Sollte das Fieber trotz aller Maßnahmen anhalten oder weitere Symptome wie Atemnot, starke Schmerzen oder ein ungewöhnlich lethargisches Verhalten auftreten, zögere nicht, ärztlichen Rat einzuholen. Eine frühzeitige Abklärung schützt Dein Kind und gibt Euch als Eltern Sicherheit im Umgang mit der Krankheit. Vertraue auf Dein Gespür für das Wohlbefinden deines Kindes und handele im Zweifel lieber.
Umgang mit Fieberkrämpfen: Was Du wissen solltest:
Fieberkrämpfe können bei Kindern in Verbindung mit hohem Fieber auftreten und sind für viele Eltern eine beängstigende Erfahrung. Wichtig ist, in solchen Momenten ruhig zu bleiben und das Kind sanft zu schützen, beispielsweise indem du es auf eine weiche Unterlage legst und den Kopf seitlich drehst, um die Atemwege frei zu halten. Vermeide es, dem Kind etwas in den Mund zu geben oder es festzuhalten, da dies Verletzungen verursachen kann. Notiere die Dauer des Krampfanfalls und beobachte genau, wie Dein Kind reagiert. Während eines Anfalls ist das Kind bewusstlos. Dadurch kann die Atmung beeinträchtigt werden. Daher ist ein Krampfanfall bei einem Kind immer ein Notfall. Rufe sofort den Notruf 112, auch wenn der Anfall dir kurz erscheint. Sobald der Anfall vorbei ist, sorge für eine ruhige und sichere Umgebung. In unserem Erste Hilfe Kurs bei Babys und Kleinkindern kannst du ganz entspannt von zu Hause aus lernen, wie du bei Fieberkrämpfen reagierst und ggf. Fragen an unsre Kursleitung stellen.
Weitere Beiträge
Alle BeiträgeUnsere Onlinekurse
Erste Hilfe Kurs bei Babys und Kleinkindern: Lebensrettende Sofortmaßnahmen
Basiswissen: Erste Hilfe Kurs für Eltern - Alltägliche Notfälle
Typische Kinderkrankheiten
Beikosteinführung & Babyernährung: Von Anfang an gut versorgt
ENGLISH: Baby and infant first aid course
Babypflege: Vom ersten Bad bis zum sicheren Halten
Babymassage
Stillvorbereitung: Für eine glückliche Stillbeziehung
Alltag mit Kind
Hilfe bei „Schreibabys“ und Babyweinen - Verstehen statt verzweifeln
Babyschlaf verstehen: Schlafentwicklung und sichere Schlafumgebung
Schwangerenberatung & Geburtsvorbereitung







